Kriechend nimmt er seinen Weg in Angriff - der Seemann. Mit seinen kranken und geschundenen Knochen. Er bettelt in den Straßen, die nichts wissen von seinen glorreichen Tagen. Zwischen Menschen hin und her gejagt, die nicht einmal ahnen, daß er einst einer der ihren war - ein Aufrechter, stolz. Er war ein Seemann und zu glanzvolleren Zeiten war seine Erscheinung imposant und würdevoll. Das ist wichtig zu erwähnen, denn seine einstige Erscheinung mußte er längst einbüßen - genau wie seine Menschlichkeit.
Als sie ihm sagten, er müsse sich nun vor ihnen winden, erfüllte er gehorsam ihren Wunsch und war von da an nur noch eine Kreatur. Aber seine Geschichte wurde schon zu oft erzählt und niemals hat sie auch nur eine einzige Seele berührt. In diesen Tagen gibt es keinen Raum für derart verblaßte Geschichten, also wenden wir uns endgültig ab.
Ich bin ein einfacher Mensch und vertraue meinen Augen, vertraue darauf, daß sie mich vor so manchem Anblick bewahren.
In Eis gravierte Blumen und Gefühle- sicher sind sie aufgehoben hinter den Gardinen. Mögen sie niemals deine Aussicht versperren. Wer singt jetzt für Dich, wo es keine Lieder mehr gibt?
Das Buch der Veränderungen scheint vor mir zu liegen - so frage ich mich nun,
was ich bloß mit dem Geschenk von tausenden Möglichkeiten anfangen soll.
Jeder scheint den stillen Wunsch zu hegen, festgehalten zu werden, von seinen Möglichkeiten ferngehalten zu werden. Wovor in Teufels Namen haben sie Angst? Wovor werde ich Angst haben in meiner allerletzten Nacht? Ich werde keine Angst haben vor der Einsamkeit, weil ich gelernt haben werde, mit ihr auszukommen. Und ein Mensch kann sich nicht ängstigen vor einem Zustand der beständig ist. Ein einsames Leben wird führen zu einem Tod der gleichen Art. Also ist nichts neues daran. Wovor in Teufels Namen habe ich nun Angst?
Zu viele Seelen wurden hinweg gewischt vom endlosen Strom der Gleichgültigkeit- unter ihnen die Seele eines Mannes, der einst mutig war und stark. Bevor sie ihm sagten, er müsse nun kriechen und demütig sein, näher dem Grund der Dinge sein, ganz nah am Boden. Unter ihren Tritten.
Er ist immer noch am Leben, nur sein Innerstes wurde hinfällig, weil es nicht mehr von Bedeutung war. Auch ich will nichts mehr davon hören.
Dieser alte Matrose ist nichts Besonderes. Solche Geschichten spielen sich jeden Tag tausendfach ab und bedeuten mir ebensoviel.
Wach auf. Die Nacht war dunkel und sie war viel zu lang. Du warst jetzt lange genug unterwegs. Du hast nach Frieden gesucht, dort wo es keine Schatten gibt. Aber jeder Schlaf muß einmal enden und jetzt ist es an der Zeit. Komm wieder zurück und versuche zu leben. Du hast die Seele eines Poeten und sie hat dich an Orte geführt, die Du nicht verstehen konntest. Denn trotz allem bist Du ein Mensch - und Du trägst keine Schuld.
Du brauchst nicht eines Poeten Feder. Die Geschichte liegt in Dir.
Was hast Du gesehen in Deinen Träumen? >