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Jennifer Warnes
Trilogie
Einführung:

Die Stimme von Jennifer Warnes zählt mit einiger Wahrscheinlichkeit zu den populärsten Stimmen der Popmusik der letzten 30 Jahre, wohingegen der Großteil des Werks der Künstlerin - sogar die Künstlerin selbst - weitgehend unbekannt ist.

Ein Widerspruch, der sowohl einiges über den Karriereweg der Sängerin als auch über die Gesetze der Musikindustrie aussagt.

Besagte Popularität beruht auf dem verlässlichen Einsatz einiger weniger Songs in den Playlists der Radiostationen. Playlists, die sich in den letzten 20 Jahren nicht wesentlich geändert haben – immer mal wieder um die neueren internationalen Gassenhauer der popmusikalischen Massenware ergänzt. Radiostationen, die seit Jahren ihre Hörer im Wesentlichen mit den immer gleichen Songs der immer gleichen Künstler bombardieren.

Es sind 2 Songs, dank derer die Stimme von Frau Warnes zu einer festen Radiopräsenz wurde:
Der erste, „Up Where We Belong“, Ein Duett mit Joe Cocker, ist seit seinem Erscheinen 1982 eigentlich nie wirklich aus dem Radio verschwunden. Der zweite, „I've Had The Time Of My Life“, erneut ein Duett, diesmal mit Bill Medley, erschien im Jahr 1987 und hat sich längst zum popkulturellen Dauerbrenner ausgewachsen. Auf sämtlichen Listen der üblichen Umfragen zu den beliebtesten Filmsongs, den beliebtesten Lovesongs und natürlich den beliebtesten Duetten rangiert dieser Song zuverlässig auf den oberen Plätzen.

Zwei durchaus populäre Songs also, beide fester Bestandteil der Hintergrundbeschallung des täglichen Lebens der Menschen, die tatsächlich noch Radio hören. Doch man erwähne einmal in irgendeiner Runde den Namen Jennifer Warnes und man wird nur selten auf jemanden treffen, dem besagter Name geläufig ist.
Im Radio wird ja auch kaum noch jemals erwähnt, wer einen Song singt oder geschrieben hat. Man geht davon aus, dass das Publikum das Immergleiche eh schon zu genüge kennt und sich für derlei eigentlich nicht unwichtige Informationen nicht interessiert. Man hat sich auch längst abgewöhnt, auf das zu achten, was im Radio gespielt und gesagt wird.

Ist Jennifer Warnes ein Phantom der Popmusik? Tauchte sie auf, um zwei Songs, die uns nie mehr verlassen sollten, mit ihrem Gesang zu veredeln und ward nie mehr gesehen, erhob nie mehr ihre Stimme? So könnte man meinen.
Natürlich verhält es sich in Wirklichkeit ganz anders.

Man mag sich über die künstlerische Qualität der erwähnten beiden Songs streiten.
Fest steht, dass wenn man Lieder tatsächlich totspielen kann, jene beiden Songs mit einiger Wahrscheinlichkeit diesem Schicksal zum Opfer gefallen sind.
Natürlich wirkt nach dem zwanzigtausendsten Genuß die Kunst der Interpreten auf den Hörer genauso vorhersehbar und leblos wie alles andere an den Songs.

Womit wir beim Dilemma der Karriere der Jennifer Warnes wären – um genauer zu sein dem Dilemma einer Karriere der Jennifer Warnes. Diese Karriere ist schon lange vorbei.

Widmen wir uns nun einer weitgehend unbekannten Künstlerin, von der nur wenige schon einmal etwas gehört haben dürften. >

I. Einführung / II. Die Anfänge / III. Werdegang / IV. Neue Wege
Die Alben: I. Famous Blue Raincoat / II. The Hunter / III. The Well
Auch als PDF-Download zu haben.
© Andre Seifert, 2006
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