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Jennifer Warnes
Trilogie
Der weitere Werdegang

1976 kam die erste Wende in Jennifers Karriere, als sie bei Arista Records erstmals unter ihrem richtigen, vollen Namen das Album „Jennifer Warnes“ veröffentlichte, das den Hit „Right Time of the Night“ beinhaltete - der erste von zahlreichen Radio-Dauerbrennern in Jennifers Karriere. Das Album selbst war in künstlerischer Hinsicht ein deutlicher Rückschritt im Vergleich zur Kollaboration mit John Cale. Das Label Arista setzte darauf, die Sängerin auf ihre schöne Stimme zu reduzieren, mit der sie die ihr vorgelegte Konfektionsware zu singen hatte. Trotz des kommerziellen Erfolges war Jennifer nicht glücklich mit dem Album und nahm als Konsequenz beim zweiten Album für Arista die künstlerische Leitung selbst in die Hand.

„Shot Through The Heart“ (1979) blieb zwar dem Westcoast-Pop des Vorgängers weitgehend treu, brachte aber doch auch deutlich mehr Persönlichkeit mit ins Spiel, in erster Linie durch die Präsenz ihrer selbstverfassten Stücke, von denen das inhaltlich recht aggressive, sarkastische und musikalisch virtuose Titelstück besonders hervorsticht.

Das durch ihre Arista-Alben entstandene Image einer Mainstreamsängerin ohne größere Ambitionen konnte sie dennoch nur schwer wieder abschütteln – nicht zuletzt aufgrund des Umstands, dass gerade das weniger ambitionierte Material aus jenen Jahren auch heute noch von Radiostationen fleißig gespielt wird. Hinzu kam eine nicht immer glückliche Auswahl ihrer Projekte.

1979 nahm sie ihren ersten Song fürs Kino auf. „It Goes Like It Goes“, aus dem Film „Norma Rae“ mit Sally Field, demonstrierte Warnes' künstlerische Weiterentwicklung. Sie brachte in Absprache mit dem Autorenteam David Shire/Norman Gimbel ihre eigenen Vorstellungen ein, was Arrangement und Text betraf und verlieh dem Song durch ihren reifen, unaufgeregten Vortrag eine besondere Aura. Der Song wurde dann auch mit einem Oscar bedacht – eine Ehre, die Jennifer Warnes nicht zum letzten Mal zuteil werden sollte.

In den frühen achtziger Jahren arbeitete Jennifer vor allem als Interpretin von Filmsongs, was ihr einige ihrer größten kommerziellen Erfolge bescherte. Die Duette mit Joe Cocker und Bill Medley erhielten beide den Oscar, Jennifers Aufnahme von Randy Newmans „One More Hour“ aus dem Film „Ragtime“ war ebenfalls für einen Oscar nominiert. In den Achtzigern war Jennifer die meiste Zeit im Hintergrund tätig und veröffentlichte bis 1987 keine weiteren Soloalben.

Seit den frühen Jahren arbeitete sie häufig als Backgroundsängerin und Gastsolistin für andere Künstler, was zu dem Ergebnis führte, dass der Großteil ihrer Arbeit auf unzähligen Alben der unterschiedlichsten Künstler verstreut ist und die Komplettierung ihres Schaffens für den Sammler eine große Herausforderung sein dürfte. So ist ihre Stimme unter anderem auf Alben von Bob Dylan, Ike und Tina Turner, James Taylor und Jackson Browne zu hören. >

I. Einführung / II. Die Anfänge / III. Werdegang / IV. Neue Wege
Die Alben: I. Famous Blue Raincoat / II. The Hunter / III. The Well
Auch als PDF-Download zu haben.
© Andre Seifert, 2006
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