Doch nach fünf Jahren nahm das Leben eine Wendung, weil ein Zufall es so wollte, daß Jakobs Vater seinen Platz in der Welt verlor. Jakobs Vater verrichtete in all den Jahren nach wie vor seine Arbeit. Er konnte immer einen Weg hinaus finden. Doch nun gab es auch für ihn draußen keinen Platz mehr.
Bald war kein Geld mehr da. Jakob durfte nur hinter den Hecken leben, weil sein Vater die ganze Zeit anderen Menschen Geld dafür gab, daß sie Jakob in Frieden lassen sollten. So machtvoll ein Zauber auch ist, es gibt Regeln und Gesetze der Menschen, die sind mächtiger als jeder Zauber. Als nun niemand mehr für Jakobs Leben bezahlen konnte, regte sich Unmut unter den Menschen auf der anderen Seite der Hecke. Sie wollten Jakob nicht mehr einfach so leben lassen. Er sollte ihnen nun dienen, als Strafe dafür, daß er sich ihnen so lange entzogen hatte.
Sie brüllen. „Die Schonzeit ist nun vorüber!“
Sie haben Messer und Äxte und Leitern. Sie zerschneiden die Zweige der Hecken, sie reißen die Wände des Hauses nieder. Nach einigen Stunden haben sie ihr Werk vollendet und haben Jakob aus seinem Zimmer geholt. Sie packen ihn und zerren ihn vor das Haus aus Zweigen und Blättern, das nun am Boden liegt. Nur noch zertretenes Gestrüpp. Die Menschen verlangen nun, daß Jakob Rechenschaft ablegen soll. Er soll sich entschuldigen für die Art, wie er lebte. Er soll für den Zauber büßen. Der Mensch muß niederknien, sagt ein anderer Mensch.
Ein Rascheln in den Blättern der zertretenen Hecken, ein Wiegen der Äste des alten Baumes, den die Menschen stehen gelassen haben, kaum einen Meter neben der Stelle, an der das Haus aus Blättern und Zweigen einst stand. Der Wind beginnt seinen Tanz. Jakob ist nicht der einzige, der heute auf ihn wartet. Er flüstert: „Nimm mich mit.“ Der Wind wird stärker.